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Eine Rundfahrt durch die Oranienbaumer Heide PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Sonntag, den 26. Januar 2014 um 10:12 Uhr

Die Oranienbaumer Heide liegt südöstlich von Dessau. Sie ist im Gegensatz zur Mosigkauer Heide, die südlich von Dessau liegt, kein Waldgebiet, sondern durch die jahrzehntelange Nutzung als Truppenübungsplatz von großen Offenlandlebensräumen durchzogen.

Heide

 

 

 

Mit dem Abzug der GUS - Streitkräfte und mit der dadurch bedingten Aufgabe der militärischen Nutzung drohen solche seltenen Gebiete durch Verbuschung und durch die Einwanderung von Pionierholzarten wieder zu verwalden. Damit wäre der Lebensraum von vielen seltenen und in ihrem Bestand gefährteten Pflanzen- und Tierarten verloren und unsere Umwelt weiter verarmt.

Deshalb wurde von der Hochschule Anhalt (FH), von der Primigenius GmbH und von  weiteren Partnern das Forschungsprojekt

                  „Extensive Landschaftspflege durch Ganzjahresweide mit Heckrindern und Konikpferden“ 

ins Leben gerufen.

Eine eingehende Darstellung dieser Aktivitäten finden Sie z.B. auf der Internetseite www.sollnitz.de des Sollnitzer Heimatvereines.

Waren solche Gebiete wie die Oranienbaumer Heide ursprünglich durch die hohe Kampfmittel- und Munitionsbelastung für Besucher gesperrt, so zahlt sich die von dem Kampfmittelbeseitigungsbetrieb geleistete Arbeit (und noch zu leistende) Arbeit langsam aus. 2011 wurde es möglich, Führungen durch das Gelände anzubieten. Inzwischen sind mit dem Fortschreiten der Entsorgungsarbeiten schon Wegstrecken für Naturfreunde frei. Diese ermöglichen es, die Offenlandflächen mit ihren grßen Heidebeständen und die darauf weidenden Rinder und Pferde (naturlich in eingezäunten Arealen) zu Fuß oder per Rad zu umwandern.

Als Anlieger zwischen Oranienbaumer Heide (immer verboten) und Mosigkauer Heide (stets betretbar) hat  der Törtener Heimatverein ebenso wie alle direkten Anlieger immer auf das Betreten der Oranienbaumer Heide gewartet.und daher die geführten Wanderungen sofort zum Kennenlernen genutzt. Dadurch haben sich unsere Vereinsmitglieder Joachim Mohs und Jürgen Schönfeld solche Kenntnisse angeeignet, dass sie uns nun selbst als Führer dienen können.

Um auch anderen Naturfreunden, die das Beweidungsprojekt kennen lernen wollen oder die nur einfach die Oranienbaumer Heide in ihrer vollen Schönheit erleben wollen, hat Jürgen Schönfeld eine ungefähr 30 km bis 35 km lange Radtour (natürlich geht es auch zu Fuß) beschrieben. Sie führt von Törten - wir sind ja der Törtener Heimatverein -  über Sollnitz durch die Oranienbaumer Heide und wieder zurück. Der Schwierigkeitsgrad ist so, dass sie jeder durchschnittliche Radfahrer bewältigen kann.

 

Die Tour

 

Von der Ecke Dohlenweg/Dosselweg/Am Hang - dort wo früher der Törtener Kindergarten stand , jetzt ist das Gelände mit drei Einfamilienhäusern bebaut - fahren wir auf dem Wanderweg an der Mulde in Richtung Autobahn/Kleutsch. Nach kurzer Fahrt sehen wir links des Weges einige arg zerzauste Schwarzpappeln. Sie kennzeichnen die Stelle, wo früher die Törtener Badeanstalt zu finden war. Unsere Fahrt führt nun an den Brückgartenteichen (ehemaliger Muldelauf mit Pfeilerresten einer alten Muldebrücke) vorbei. Wir passieren die unter Herzog Friedrich I. errichtete Brücke mit Siel und überqueren die Mulde auf der neuen Fußgängerbrücke. Unsere Fahrt führt nun nach rechts in Richtung Kleutsch. Kurz vor Kleutsch teilt sich der Weg. Geradeaus geht es zum Ortseingang, etwas weiter rechts zur Ortsmitte und über den Deich in Richtung Sollnitz. Das ist unser Weg. Die zwei Betonstreifen des Weges enden an der nächsten Kreuzung.. In der Mitte steht eine Kopfweide. Links führt der Weg wieder nach Kleutsch. Wir halten uns rechts. Der See links neben uns ist der Kleutscher Hofsee (Hofesee), auch ein alter Muldearm. Jetzt endet der gepflasterte Weg. Zugleich teilt er sich. Links: Richtung Kleutsch; geradeaus: Nach Sollnitz. Nach rechts führt ein etwas holpriger Feldweg. Auf diesem fahren wir weiter. Im Wald wird der Weg besser, man kann ihn gut befahren. Rechterhand begleitet uns, bis wir den Wald verlassen, die „Alte Mulde“. Wir fahren links über den Deich und sofort wieder nach rechts am Deich entlang. Geradeaus wären wir zur Ortsmitte von Sollnitz mit dem ältesten Gebäude Dessaus (die Kirche) gekommen. Den Weg am Deich entlang fahren wir bis zum Ende. Auf halber Strecke steht das alte Wallwachhaus, in dem früher die zum Hochwasserschutz benötigten Gerätschaften und Werkzeuge lagerten. Von dort bietet sich auch ein schöner Ausblick auf Sollnitz. Der gepflasterte Weg endet. Links ist die ehemalige Mühle zu sehen, auf der anderen Straßenseite die Gaststätte. Sie ist geschlossen. Wir überqueren die Straße und fahren auf dem Feldweg rechts neben der Gaststätte weiter. bis zur mit Wegweisern ausgestatteten Kreuzung im Wald. Dabei begleitet uns das Rauschen des von Möhlau kommenden Mühlbaches. An der Kreuzung führt der Weg geradeaus nach Möhlau, rechts läuft er in Richtung Retzau. Wir wollen aber in die Heide. Deswegen biegen wir nach links ab. Nach einer längeren Wegstrecke überqueren wir den Sollnitzbach (Mühlbach). Etwas weiter sperrt eine rote Schranke einen grob geschotterten Weg. Er führt zum Forsthaus „Schwarzer Stamm“ und weiter zurück nach Kleutsch. Wir fahren jedoch den nun leicht ansteigenden Weg geradeaus weiter. Nach ungefähr 300 Meter stehen links und rechts des Weges ca. 3 Meter hohe trockene Pfähle. Direkt davor biegen wir nach rechts auf einen festen Sandweg mit zwei Fahrspuren ab. Auf beiden Seiten steht lockerer Kiefernwald. Kurz bevor der Wald auf der linken Seite in die offene Heide übergeht, steht recht nahe am Elektrozaun eine Tränke (Brunnenring)  für die Heckrinder und Konikpferde. Mit etwas Glück können wir schon hier die Tiere bestaunen. Nach weiteren 50 bis 100 Metern erblickt man links des Weges die offene Heide. Der Weg senkt sich nun und das Gelände wird sumpfig. Wir müssen über Bohlen laufen und die Fahrräder führen. Wir sind am Ellerborn. Der Name drückt schon aus, dass hier feuchtes sumpfiges Gelände ist. Auch hier halten sich die Weidetiere auf. Wenn man Glück hat! Früher stand hier ein Forsthaus. Als die Heide Manövergebiet war, wurde es zerstört. Am Ende des Elektrozaunes steht eine Schautafel. Gleich neben dieser Tafel führt ein grasbewachsener Weg nach links. Dort nicht weiterfahren, erst den nächsten breiten Weg biegen wir nach links ab. Ein Stück Wegstrecke fahren wir durch Wald dann öffnen sich weite blühende Heideflächen. An der nächsten breiten Kreuzung kommt man rechts nach Oranienbaum und links wieder zu unserem Ausgangspunkt zurück. Wir fahren in diese Richtung. Nach ungefähr 300 Meter sieht man auf der rechten Seite etwas abseits vom Wege Holzverschläge (Gatter, Pferche), in die die Tiere einmal im Jahr zu tierärztlichen Untersuchungen und zur Markierung (Ohrmarken) getrieben werden. Wir fahren weiter bis zur Stelle mit dem trockenen Pfählen und dann wieder geradeaus. Der Weg rechts mit der roten Schranke ist wieder der Weg Schwarzer Stamm/Kleutsch. Er ist uns zu lang und zu grob geschottert. Deshalb fahren wir zur Kreuzung Möhlau/Retzau/Sollnitz zurück und biegen nach rechts in Richtung Sollnitz ab.

 

Wir empfehlen für diese Radtour die letzte Augustwoche und den September. Dann blüht die Heide!

 

Nun noch einige Bilder, damit Sie schon einmal vorab einen kleinen Eindruck von diesem Gebiet erhalten:

 

 

Ein Heckrindkalb an der Tränke

 Der Heckrindbulle sieht recht wehrhaft aus

 

Konikpferde in der Offenlandschaft

 

Die offene Heidelandschaft

  Die große Schautafel  Auf dem Rückweg in Richtung Möhlau/Sollnitz

                                  

          

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 26. Januar 2014 um 10:26 Uhr
 

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